Kampot

Vor dem Einstieg ins Boot, das uns zurück auf das Festland Vietnams bringen sollte, standen zu unserer Überraschung auf einmal Liz und Rob hinter uns, mit denen wir auf der sehr ruhigen Fahrt an Deck einen kleinen Plausch halten und uns über unsere Tage auf Phu Quoc austauschen konnten. Die beiden wollten auch nach Kampot. Nach 1,5h legten wir in Ha Tien an, wo sich unsere Wege wieder trennten, denn die beiden hatten nicht wie wir ein Ticket direkt bis nach Kampot gebucht und wurden entsprechend in einen anderen Bus verfrachtet. Nachdem wir drei Mal im Kreis gefahren sind, um andere Touris ein- und wieder auszuladen, wurden wir an einer Travel Agency herausgeschmissen, wo wir wiederum 2 Stunden auf die Weiterfahrt zur Grenze warten mussten, derweil wir uns mit griechischem Salat (!) und Thunfischsandwich stärken konnten.

Noch in Phu Quoc hörten wir wilde Geschichten über den Grenzübergang nach Kambodscha, inklusive Gepäckaus- und -einräumung, Gesundheitscheck, Bestechungsgeld an diversen Stellen usw. Im Verhältnis dazu lief unser Länderwechsel allerdings harmlos ab. Auch wir kamen um 7$ Extragebühren an die Travel Agency nicht herum, aber Dank des Impfausweises und ein paar Worten auf Khmer wurde uns der Gesundheitscheck erspart, wir mussten keinerlei Gebühr für das Ausfüllen des Gesundheitspasses bezahlen und unser Gepäck hat absolut niemanden interessiert. Wir kennen nur den nördlichen Grenzübergang zwischen Kambodscha und Thailand und im Vergleich dazu war die Grenze hier im Süden friedlich, ruhig und sehr leer. Warten mussten wir dann auf zwei Damen, die auf eigene Faust versuchten, ohne Extragebühr das Visum zu bekommen. Nach lauten Auseinandersetzungen hatten sie schließlich keine Wahl, zahlten den Aufpreis und gesellten sich ca. 40 Minuten später in unseren Bus.

Kambodscha hatte uns nun wieder! Und es ist ganz fantastisch, hier zu sein!

Als wir Kampot erreichten, mussten wir feststellen, dass sich dieses Örtchen seit unserem letzten Aufenthalt 2013 sehr positiv entwickelt hat. Viele alte koloniale Gebäude wurden und werden restauriert, es ist extrem sauber und ruhig und die Straßen sind gut ausgebaut. Nach dem Bezug unseres Hostels (diesmal ganz spartanisch ohne AC und Warmwasser) genossen wir in einer uns bekannten Bar am Fluss den sehr schönen Sonnenuntergang bei erfrischenden Cocktails. Am nächsten Tag fuhren wir mit einem geliehenen Motorbike in den nahegelegenen Nationalpark und auf die Bokor Hill Station, die wir bisher stets ausgelassen hatten. Die Straße schlängelte sich in Serpentinen durch Dschungellandschaften auf 1.050m Höhe (für Rolf wäre es ein Fest gewesen), wo es dann auch ziemlich kühl wurde. Ziel war ein Wasserfall, der sich zwar ganz nett anschauen ließ, der Weg dahin war letztlich aber imposanter und spannender. Und nicht nur Kampot wird gut ausgebaut, sondern auch die umliegenden Straßen. Vom Asphalt hätte es sich ebenso um eine deutsche Landstraße handeln können, nur der Wildwechsel besteht hier aus Affen und nicht aus Dammwild.

Zurück in Kampot tigerten wir wieder zu der benannten Bar, weil wir uns dort um 17h mit Rob und Liz, die nun auch erfolgreich hier angekommen waren, zum Sunset-Cocktail verabredet hatten. Der darauffolgende Tag war sehr ruhig. Nach einem gemütlichen Morgen-Kaffee entspannten wir auf unserem Balkon, erledigten ein paar E-Mail-To-Dos und landeten in einer Tapasbar, wo Miri (endlich mal bei einem Rotwein) weiteren Orgakram bewältigte. Bei wunderschönem Mondschein spazierten wir ins Hostel zurück. Kampot hat es sehr gut mit uns gemeint.

Um 10:30h am nächsten Tag, um genau zu sein: um 10:50h – hier zeigen sich nun endlich die wahren asiatischen Abfahrtszeiten, wurden wir vom Bus abgeholt, um nach Phnom Penh zu fahren. Bisher hatten wir immer „one person, one seat“, aber auch das änderte sich nun. Gemeinsam mit zwei Khmer nahmen wir Platz auf 3 Sitzen, deren Rückenlehnen senkrecht standen, damit dahinter noch Platz für Gepäck war. Dies ist auf einer Fahrt von vier Stunden irgendwann doch ein bisschen unbequem. Aber was soll’s: das ist Asien und das kennen wir ja auch zu genüge (und irgendwie haben wir es auch ein bisschen vermisst).