Schlagwort: Tempel

Mawlamyaing

Mit der Aussicht auf die letzte Nachbusfahrt unserer Reise stiegen wir recht gelassen um 18h in den Bus nach Mawlamyaing. Die lange Distanz in den Süden mussten wir ohnehin bewältigen, sodass wir eher stoisch unsere Plätze einnahmen und den defekten Lautsprecher über unseren Sitzen, aus dem neben lauter Musik fälschlicherweise kalte AC-Luft kam, in aller Ruhe mit Eintrittskarten und Tesafilm zuklebten. Diese Fahrt von zwölf Stunden nehmen eher wenige Touristen in Kauf, zumindest waren wir die einzigen Nicht-Asiaten an Bord. Selbst an der Raststätte konnten wir keinen Westler entdecken, auch wenn dort mit uns mindestens zehn Busse Halt gemacht hatten. Die Fahrt verlief friedlich, wir konnten einigermaßen gut schlafen (obwohl es kein VIP-Bus war, bei so wenig Touristen lohnt es sich nicht) und kamen morgens um 5:30h in Mawlamyaing an. Der Taxifahrer, der uns vom Busbahnhof zum Hotel brachte, hupte in aller Frühe die Angestellten samt Chef aus dem Schlaf und nachdem das Hotel-Gatter geöffnet war, durften wir eintreten. Etwas entschuldigend begrüßten wir die Mannschaft mit „Sorry, we are a little early“, woraufhin der an einen Orang-Utan aus dem Dschungelbuch erinnernde Chef nur „I know“ erwiderte. Er war ein lupenreiner Morgenmuffel und nachdem er sich zehn Minuten mit was auch immer beschäftigte, ließ er uns schließlich doch einchecken. Frühstück wurde übrigens jeden Morgen auf das Zimmer gebracht – allerdings irgendwann zwischen 7:30h und 9:00h. Dazu wurde laut an die Tür geklopft (egal, ob man noch schlief) und es gab immer dasselbe: In Öl getränktes Toast mit einer Eischicht verziert und dazu einen 50g-Haufen Zucker. Eine recht spezielle Praktik, aber mal etwas anderes.

Nach einer Rutsche Schlaf liehen wir uns Räder und erkundeten den an zwei Flüssen liegenden Ort, in dem sowohl George Orwell als auch Rudyard Kipling für ihre literarischen Werke Inspirationen fanden. Beide waren von der Stadt damals sehr angetan. Tatsächlich war es schön zu sehen, wie hier zwischen Kolonialbauten Moscheen, Hindu-Tempel, Kirchen und Pagoden (fast) gleichberechtigt ihren Platz finden (die Pagoden haben natürlich immer noch die Oberhand) und wie friedlich die Religionen nebeneinander ausgelebt werden. Andererseits suchten wir vergeblich den besonderen Charme, der diese Inspiration ermöglichte. Die Erklärung dafür erhielten wir an unserem Abfahrtstag, als wir einen seit 40 Jahren in Australien lebenden Burmesen, der in Mawlamyaing aufgewachsen war, trafen. Er erzählte uns von den pulsierenden Straßen, den unzähligen Waren, die von hier aus in alle Welt verschifft wurden und die Lebensfreude, die hier einmal geherrscht hatte. „Now I just see a dead city“ war sein abschließendes Urteil. Auch die politische und wirtschaftliche Öffnung von Burma seit 2010 habe seiner Ansicht nach nicht zu einer Veränderung geführt. Immer noch säßen die gleichen Generäle in den gleichen Positionen, Korruption grassiere und die Rechtsprechung existiere quasi nicht. Sein Eindruck deckte sich mit unserem von Mawlamyaing und es wird sich zeigen, ob die jüngere Generation noch einmal den Elan und Schwung zur Umgestaltung der Strukturen im Land aufbringen kann oder ob Burma in den kommenden Jahrzehnten in der jetzigen Lethargie mit ihren nicht wirklich gerecht gestalteten Bedingungen steckenbleibt.

Am zweiten Tag unseres Aufenthalts mieteten wir uns ein Moto (einen Benziner zu leihen, war hier im Gegensatz zu Bagan gar kein Problem), um ein bisschen die Umgebung kennenzulernen. Als erstes ging es auf eine kleine Pagode, die auf einem Karstfelsen gelegen war. Auch hier galt wie bei allen Heiligtümern in Burma: Schuhe aus! Also aus den Flipflops geschlüpft und an den Aufstieg gemacht. Es war kurz nach Mittag und die Sonne hatte ihre volle Kraft und so wurde das Kinderspiel „Der Boden ist Lava“ voller Ernst. Dunkle Steine hieß es zu meiden, aber auch helle Flächen waren teilweise zum Verbrennen heiß. So hasteten wir von Schatten zu Schatten. Am Ende musste Miri feststellen, dass der Buddhismus auch nur eine doofe frauenunterdrückende Religion ist. Der höchste Aufstieg blieb dem Weibsvolk mit einem deutlichen „NO“-Schild verwehrt. Bevor es wieder Richtung Hotel ging, besuchten wir noch einen riesigen, begehbaren liegenden Buddha und obwohl dieser noch nicht ganz fertig gestellt war, wurde schon am liegenden Nachbar gewerkelt. Im Inneren waren etliche Szenen aus der Unterwelt sehr anschaulich nachgestellt – etwas schräg das Ganze.

Abends gingen wir dann zu einem auf Tripadvisor empfohlenen Inder und obwohl wir in Burma wirklich an jeder Ecke essen und vieles von der Straße gekauft haben, holten wir uns hier in einem ordentlich ausschauenden Restaurant einen gesalzenen Reisedurchfall.

Bagan

Beim Einstieg in den Nachtbus des Premiumanbieters mussten wir immerhin nicht sofort drei Kleidungsschichten anziehen, die Temperaturen waren tatsächlich erträglich. Auch die sonstige Ausstattung war besser, als wir es gewohnt waren. Breite, bequeme Sitze (wahrscheinlich ausrangierte Business-Class-Flugzeug-Sessel), gute Decken, kein burmesischer Film in lauter Dauerbeschallung für alle Passagiere, sondern ein Entertainmentsystem im Sitz des Vordermanns. Die Nacht startete also unter guten Voraussetzungen und Paul konnte so eine seiner besten Fahrten hier in Asien erleben. Miri hatte allerdings den kälteren Platz am Fenster erwischt, wo die Klimaanlage angebaut war, die im Laufe der Nacht ordentlich pustete. So war ihr Fahrterlebnis zwar sehr bequem, aber dennoch kalt. Wenn wir die Chance haben, werden wir das nächste Mal aber wieder einen Premiumanbieter wählen. Die paar Euro mehr lohnen sich in jedem Fall.

Morgens um 4:00h in Bagan angekommen freuten wir uns (insbesondere Miri sich) über die recht warmen Temperaturen. Wir wurden vorgewarnt, dass es nachts sehr kalt dort ist, aber die 15°C waren kein Vergleich zu den 7°C am Inle Lake. Mit einem schwedischen Pärchen teilten wir uns ein Taxi zum Hotel, wo wir netterweise ein Zimmer für den Morgen beziehen durften, um noch eine Rutsche Schlaf zu bekommen. Um 11:00h zogen wir dann in unser Zimmer um und der Bagan-Besuch konnte beginnen. Der erste Tag war geprägt von einem gemütlichen Frühstück, einer kleinen Erkundung der noch kleineren Stadt und ein paar Drinks in der einzigen Location, die man hier „Bar“ nennen kann. Wie in Yangon und am Inle Lake hat auch diese um 23:00h geschlossen – das Nachtleben in Burma existiert quasi nicht. Aber da wir am nächsten Tag ohnehin die Tempel anschauen wollten, war das in unserem Sinn.

Auf Elektrorollern (das einzige motorisierte, individuell erlaubte Fortbewegungsmittel für Touristen) ging es also am Morgen in Richtung Tempellandschaft von Bagan. Wir freuten uns über die E-Roller, da sie nicht nur ökologisch angebracht, sondern auch so schön leise waren, wunderten uns dennoch über dieses vorbildliche Verhalten der (Militär-)Regierung. Abends fiel uns dann auf, dass der wahre Grund wohl die sehr beschränkte Reichweite ist. Spätestens nach 40km muss man sein Vehikel wieder laden und benötigt dazu die passende Infrastruktur. Längere (oder sogar mehrere Tage andauernde) Ausflüge, wie z.B. in Laos, sind so nicht möglich und die Regierung behält die Kontrolle über den Bewegungsradius der Touris. Dazu passt auch, dass bei jeder Reise (egal ob per Bus oder Boot) der Ausweis vorgezeigt werden muss und Name, Passportnumber etc. schriftlich festgehalten werden.

Wir hatten zunächst absolut keinen Plan von Bagans Tempelanlage und fuhren einfach los. Das hatte den Vorteil, dass wir uns überraschen ließen von dem, was kam, aber abends merkten wir auch, dass wir ziemlich wichtige und imposante Tempel komplett ausgelassen hatten. Diese setzten wir schnell auf unsere – nun geplante – Route für den nächsten Tag, an dem wir das Weltkulturerbe somit etwas strukturierter besuchten. Die Erkundung von Bagan war uns auf diesen beiden verschiedenen Wegen möglich, weil die über 2.000 Tempel, die durch Feuer und Erdbeben zuletzt im August 2016 von 4.000 auf die Hälfte geschrumpft sind, auf einem riesigen Gelände verteilt sind. Landschaftlich erinnert das Ganze an eine afrikanische Savanne und es ist ähnlich staubig und trocken. Dadurch herrscht dort eine ganz spezielle und unwahrscheinlich schöne Stimmung. Es war fantastisch, einfach (geräuschlos) durch die Gegend zu fahren und immer wieder irgendwo auf Tempel zu stoßen, wo man es so gar nicht vermutet hätte. Weil es davon auch so viele gibt, kommt es häufiger vor, dass man ganz alleine zwischen den alten Steinen herumläuft. Sonnenauf- und -untergang auf einem der Tempel mit Blick auf die Steppe und Tempellandschaft sind hier Pflicht und weil wir zu Beginn das Terrain noch nicht kannten, landeten wir an einem vom Lonely Planet ausgewiesenen „Alternativtipp“, der mittlerweile ein echter Hotspot geworden ist. Die Sicht ist dafür natürlich großartig und so bestaunten wir inmitten ziemlich vieler Touris, die uns aber immer noch Mengen-mäßig an das Angkor von vor zehn Jahren erinnerten und damit für eine solche historisch bedeutsame Anlage sehr erträglich waren, das wunderschöne Ab- und Aufsteigen der Sonne. Für den zweiten Sonnenuntergang fanden wir dann sogar noch einen abgelegenen Tempel, auf dem wir das Licht- und Stimmungsspektakel mit nur neun weiteren Besuchern beobachten konnten. Bei Vollmond ging es dann mit den E-Rollern zurück ins Hotel. Von der Atmosphäre in Bagan werden wir noch lange zehren, sie war einfach einmalig.

Yangon

Da wir die Fahrt rechtzeitig und selbst gebucht hatten, bekamen wir die Premiumplätze im Doppeldeckerbus oben ganz vorne. So hatte man nicht nur eine tolle Aussicht, sondern konnte die Beine auch komplett ausstrecken. Außerdem hatten wir uns für das VIP-Gefährt entschieden mit nur drei Plätzen pro Reihe und entsprechend breiten Sitzen. Einer geruhsamen Nacht stand so eigentlich nichts im Wege. Nach 2 Folgen „Westworld“ sind wir dann auch friedlich eingeschlummert. Das erste Mal geweckt wurden wir, als Miri von einem ca. 4-Jährigen beklettert wurde. Dieser hielt sie wohl für seine Mutter und bekam erst einmal große Augen als er sein Missverständnis erkannte. Leider suchte er danach nicht nach seinem richtigen Platz, sondern blieb neben unseren Sitzen stehen, schaute uns verwirrt an und begann zu weinen. Miri machte sich zusammen mit ihm dann auf die Suche und fand nach einigem Hin und Her auch die richtige Reihe. Nachdem wir uns wieder eingepackt hatten (auch im VIP-Nachtbus laufen die Klimaanlagen unerbittlich) und auch im Land der Träume entschwunden waren, erfolgte die nächste Unterbrechung: nächtliche Passkontrolle an einem Polizei-Checkpoint. Davon gab es dann eine weitere Stunde später noch einen Nachschlag. Was es mit den Passkontrollen auf sich hatte, wissen wir nicht, bisher haben wir so etwas in Thailand noch nicht erlebt.

Trotzdem erreichten wir die Grenze einigermaßen ausgeruht gegen 6h morgens. Der Grenzübergang war schon offen und es herrschte eine ganz eigene Stimmung. Dieser Übergang wird nicht sehr stark von Touristen frequentiert, sondern dient eher dem Handel. Erste Wägelchen wurden schon durchs Niemandsland geschoben, wobei man sich vorstellen konnte, was hier 2-3 Stunden später normalerweise los ist und trotzdem konnten wir hier noch die Ruhe genießen. Die Grenzbeamten waren die freundlichsten, die wir je erlebt haben. Es wurde gelächelt, sich entschuldigt, dass es etwas länger dauert (die Technik war nicht die neuste), sich für den Besuch bedankt und eine wundervolle Reise gewünscht.

Unsere Weiterfahrt hatten wir schon im Internet gebucht (was höchst erstaunlich ist, da wir eine Buchung von Busfahrten im Internet bisher in keinem anderen Land zustande gebracht haben – von wegen rückständiger burmesischer Tourismus) und so hatten wir in den anschließenden drei Stunden Zeit, das Grenzörtchen zu bewandern und zu bewundern. Die Freundlichkeit und Ruhe nahmen uns sofort in ihren Bann. Da wir so früh on tour waren, konnten wir sogar noch die Mönche bei ihrem Bettelgang beobachten.

Die nächste Etappe verlief, in einem erstaunlich guten Bus, unterbrochen von mehreren Passkontrollen ereignisarm. Als wir dann endlich nach guten 24 Stunden on the road bei unserem Hotel in Yangon ankamen, mussten wir leider feststellen, dass Paul erst für den nächsten Tag gebucht hatte und alle Zimmer belegt waren. Diese Nachtfahrten machen einen ganz kirre. Alles aber halb so schlimm, ein bisschen edler und ein bisschen teurer stiegen wir dann eine Straße weiter für eine Nacht ab.

Yangon ist eine pulsierende Metropole. Wir hielten uns die meiste Zeit in Downtown auf, da die Zeit einfach nicht reicht, um die ganze 4,5 Millionen-Einwohner-Stadt zu erkunden, aber auch hier haben wir die unterschiedlichsten Eindrücke gesammelt.

Das Streetfood ist unglaublich abwechslungsreich, lecker und günstig. So günstig, dass man schnell das Verhältnis verliert. Miri überlegte nach dem Kauf von ein paar gebratenen Wachteleiern, ob 100 Kyat (0,07€) pro Stück nicht zu teuer sind – seitdem wird nun alles in Wachteleier umgerechnet – und der gleiche Preis wird (auf der Straße) für Samosas und andere unterschiedlich gefüllte Teigwaren aufgerufen. Streetfood gibt es in Downtown alle zehn Meter, auch hat man das Gefühl, die ganze Straße (zumindest in Chinatown) ist ein einziger (Gemüse-)Markt, überall werden die Waren – ausgebreitet auf Decken – feilgeboten. Abends stolperten wir bei einem Verdauungsbummel über eine chinesische Löwentanz-Performance. Erst verschwand der „Löwe“ (zwei Burmesen in einem Löwen/Drachenkostüm) unter großem Trara in einem Hauseingang und kam nicht wieder heraus. Ein einheimischer schickte uns dann per Handzeichen einmal um den Block, wo das eigentliche Spektakel stadtfand. Der „Löwe“ hüpfte und tanzte dabei, begleitet und abgestimmt zu Live-„Musik“, unter artistischen Einlagen auf extra aufgestellten Pfählen umher. Leider war nur das Handy zur Hand, ein Foto mussten wir damit dennoch machen.

Natürlich durfte auch ein Besuch der Shwedagon Stupa nicht fehlen. Diese Stupa ist im Zentrum auf einem Hügel gelegen und kann fast von der ganzen Stadt aus gesehen werden. Der Bau ist beeindruckend (erst Recht, wenn man die Zahlen des verarbeiteten Goldes je nach Angabe zwischen 9 und 60 Tonnen hört, was mehr als die offiziellen Goldreserven Myanmars sind) und der Besuch hat sich gelohnt. Ein Highlight für Miri war, dass hier Gleichberechtigung herrscht und auch Männer mit kurzen Hosen nicht zugelassen sind (sonst treffen die strengen Kleidervorschriften meist nur Frauen). Paul ist jetzt stolzer Besitzer eines traditionellen burmesischen Männerrockes.

Am letzten Tag, unser Nachtbus ging erst um 19h, erkundeten wir nochmal das Hafenviertel. Dies ist touristisch nicht erschlossen, aber für uns als echte Hamburger natürlich ein Muss!

Und sonst noch: Endlich wurde, bei einem Bummel durch den Park, Paul auch mal auf ein Foto gebeten und er posierte stolz zwischen zwei Burmesen. Als er gerade dabei war, Miri darzulegen, dass er jetzt wohl das Fotomodell ist, kamen über die Wiese drei Mädels angerannt, um Fotos mit Miri zu ergattern. Es wurde eine richtige Session gemacht (bis der Handyspeicher voll war) und, ganz untypisch für die eigentlich zurückhaltenden Burmesen, laut lachend mit vor Freude gereckten Armen nach erfolgreicher Fotojagd von dannen gezogen.

Beim Besuch in der etwas heruntergekommenen „Happy World“, die ein wenig an schlechte Horrorfilme erinnerte, wovon wir uns aber nicht irritieren ließen, absolvierten wir zur Freude der einheimischen Jugend mehr oder weniger erfolgreich Dosenwerfen, Hau den Lukas und andere jahrmarkttypische Aktivitäten. Am Ende sprangen ein Kamm und ein Haarreifen für Miri heraus.

Sukhothai

Von Thailand kennen wir bisher nur Bangkok, Inseln und Strände, sodass wir unseren Reiseführer etwas genauer sichten mussten, um eine Zwischenstation von Norden kommend auf dem Weg nach Bangkok auszuwählen. Und siehe da: Wieder einmal lag ein UNESCO-Kulturerbe auf der Route. Es sollte also Sukhothai werden, wo über 1.000 Jahre alte Tempel auch aus der Khmer-Zeit zu besichtigen waren. Glücklicherweise hatte unser Bus die Klimaanlage dieses Mal auf „moderat“ eingestellt und so stiegen wir wohltemperiert gegen Abend in Sukhothai aus. Unser Guesthouse wurde von einer sehr netten Familie betrieben und es gelang uns sogar für eine Nacht einen Bungalow für Sarah zu organisieren.

Am Tag nach der Ankunft fuhren wir mit dem Bus zur Old City von Sukhothai, wo die Tempel auf einem riesigen Areal verteilt sind. Wir mieteten uns am Eingang Fahrräder und erkundeten damit die alten Steine. Die Ausfahrt war eindrucksvoll, aber ehrlicherweise müssen wir nach Angkor und einigen anderen alten Tempeln feststellen, dass wir ein bisschen müde von Relikten dieser Art sind. Nichtsdestotrotz waren die Bauten imposant und die Fahrradtour gestaltete sich bei der dort herrschenden ruhigen Stimmung inklusive (endlich wieder) gutem Wetter sehr schön. Wir bewunderten eine 15m hohe Buddha-Statue, eine wunderbare Aussicht auf die Gegend drum herum und Wurzelgewächse der besonderen Art. Am späten Nachmittag nahmen wir ein Tuktuk zurück, das wir kurz am Busbahnhof halten ließen (dieses Mal wollten wir den Abfahrtsplan schwarz auf weiß sehen), um danach ins Guesthouse gefahren zu werden. Eine kurze Dusche später suchten wir uns in Sukhothai ein nettes Restaurant, in dem wir zu Abend aßen und suchten im Anschluss eine coole Kneipe auf, die leckere Drinks parat hielt. Lustigerweise radelte das französische Pärchen von der Kambodscha/Laos-Grenzüberquerung an uns vorbei, mit dem wir uns kurz über die letzten besuchten Orte austauschen konnten. Von dem Tag waren wir ein wenig platt und fielen nach ein paar leckeren Getränken zufrieden in die Federn. Am kommenden Tag wartete der Bus nach Bangkok auch schon um 8:45h auf uns, was ein zeitiges Aufstehen bedeutete.

Chiang Rai

Die Fahrt von Chiang Kong nach Chiang Rai verlief problemlos und unspektakulär im Localbus, sodass wir drei Stunden später und 1€ ärmer entspannt aussteigen konnten. Die Busstation für die Regionalbusse liegt glücklicherweise direkt im Zentrum, also konnten wir uns zu Fuß auf die Suche nach einem Guesthouse machen. Nachdem wir ein gemütliches Hostel gefunden und eingecheckt hatten, bestand der Rest des Nachmittages größtenteils aus Entspannen und Essen. Als erstes sind wir auf den sonntäglichen local market spaziert und haben uns an diversen Foodstalls mit Dumplings, gegrillter Maniok-Wurzel mit Chillisoße, Spießen vom Grill und frisch geschnittenen Früchten den Bauch gefüllt. Danach wurde ein kleiner, gemütlicher Stadtbummel unternommen und im Zimmer ausgeruht, bevor es zum Abendessen zu einem leckeren Inder ging. Dort bekam man ein kleines Glöckchen auf den Tisch gestellt, mit dem man bimmeln konnte, sobald man den Kellner benötigte. Eigentlich sehr praktisch, allerdings kamen wir uns am Anfang ein bisschen komisch vor, so ca. 150 Jahre in die Kolonialzeit zurückversetzt. Am Nachbartisch machten allerdings die Einheimischen und ein paar Inder so exzessiven Gebrauch von der Klingel, dass unsere Scheu nach und nach schwand.

Für den nächsten Tag stand Dschungeltrekking auf dem Programm. Da wir wieder eine extra Tour ohne Elefantenstreicheln und Lang-Hals-Stämme buchen wollten, hatten wir einen privaten Guide. Am Ende gab es neben Dschungel noch Passagen über Bananen- und Ananasplantagen, Reisfelder und Bauerndörfer. Ein Highlight war die Sichtung einer Monokelcobra. Das Mittagessen wurde nach einem erfrischenden Bad ganz einsam an einem kleinen Fluss zu sich genommen und dabei schön im Schatten gedöst. Am Ende gab es noch Kaffee, Ananas und Hundestreicheln bei unserem Guide zu Hause. Auch wenn wir gerne etwas mehr Wald gehabt hätten, gab die Tour doch einen mannigfaltigen Einblick in die Natur und Agrarlandschaft rund um Chang Rai. Zum Abendbrot gingen wir in eines der typischen Thairestaurants: Nach allen Seiten offen, gekachelt, Plastik- oder Stahlrohr-Tische und -Stühle, Neonlicht und pekige Tischdecken. Alles in allem kein sagenhaftes Ambiente. Beim Essen fiel uns schon auf, dass drei Typen das Restaurant filmten, die Bedienung interviewten und Nahaufnahmen vom Essen machten. Als wir aufbrechen wollten, fingen sie Miri ab und es stellte sich heraus, dass sie vom südkoreanischen Fernsehen waren (behaupteten sie zumindest) und eine Reportage drehten. Miri wurde noch schnell zu ihrem Restaurantbesuch interviewt (dafür wurde sich bei Paul bedankt, vielleicht, weil er seine Frau ausgeliehen hatte) und versprochen, den Link zum Film zuzusenden. Dies erinnerte uns an Phnom Penh, als Paul auf der Straße angesprochen wurde und kurz als „Tourist“ bei Filmaufnahmen einsprang. Ob es sich bei den dort Filmenden um Studenten, Werbende oder nur Spaß-Treibende handelte, konnten wir damals ob dem begrenzten Englisch leider nicht herausfinden und auch einen Link zum Film haben wir nicht bekommen.

Am letzten Tag regnete es mal wieder, sodass wir erst lange frühstückten, Paul danach endlich Zeit für einen Friseur hatte und als der Regen nachgelassen hatte, mit einem Tuk-Tuk vor der Tür stand. Wir wollten das Black House, den White Tempel und Wat Huay Plakang besuchen. Am Ende regnete es aber wieder so stark und wir wurden beim Black House so nass, dass das White House ins Wasser viel. Zum Regen kam hinzu, dass nicht wirklich die Temperaturen herrschten, die hier um diese Jahreszeit eigentlich normal sind, und wir froren ziemlich doll. Langsam ist unser Heimweh auch vorbei und auf das Hamburgerwetter können wir gut verzichten. Im Hostel angekommen, brauchten wir also erst einmal eine warme Dusche und wir kuschelten uns etwas ins Bett, bevor es zum Abendessen ging. Dieses gab es bei einem netten, hutzeligen Thai-Ehepaar. Der Rotwein war natürlich „just finished“, aber die Longdrinks waren gut und günstig, die Currys sensationell, Melone, Nüsschen und immer ein freundliches Lächeln gab es aufs Haus.

Am nächsten Morgen wollten wir den Bus nach Sukhothai nehmen. Da man bei den Travelagencies teilweise 100% Aufschlag für Tickets bezahlt, war der Plan, diese vor der Abfahrt an der Fernbusstation vor den Toren der Stadt zu erwerben. Abfahrtzeiten sind teilweise schwer herauszubekommen, aber nachdem wir drei unterschiedliche Quellen gesichtet hatten, die übereinstimmend berichteten, die Busse gingen stündlich von 7:30h bis 10:30h, entschieden wir uns für den 8:30h-Bus. Pünktlich um 8:20h kamen wir am Busbahnhof an und mussten dann leider feststellen, dass die Busse um 8:30h und 9:30h gar nicht mehr fahren (obwohl sie sogar weiterhin auf den Abfahrtsterminal-Fernsehern angezeigt werden). Die Dame am Verkaufsschalter lachte sich gniggelig über uns. Am Ende vergingen die zwei Stunden Wartezeit bis zum 10:30h-Bus bei mehreren Runden Skat aber wie im Flug.

Siem Reap

Zusammen mit ca. 10 Khmer in einem Bus fuhren wir am Morgen nach Siem Reap. Es war alles dabei: eine Familie, die in den USA lebt, ein paar Jüngere und eine heiße Truppe von Senioren, die uns ständig getrocknete Bananen anbot. Beim obligatorischen Stopp ergatterte Paul das beste Club Sandwich seit einem halben Jahr und insgesamt ging es recht zügig in die Tempelstadt. Eingecheckt haben wir in einem Guesthouse, das auf nachhaltigen Tourismus spezialisiert ist und so war es entsprechend Hippie-angehaucht – dennoch eine sehr nette Unterkunft. Eigentlich wollten wir uns erst am nächsten Tag in Richtung Tempel aufmachen, aber weil der Sonnenuntergang beim Kauf des Tickets für den nächsten Tag um 17h for free ist, stiegen wir doch ins Tuk Tuk, fuhren zum Ticketschalter und besorgten uns einen 3-Tages-Pass für die Tempel von Angkor. Schon auf dem Hinweg fing es an zu regnen und das nicht zu knapp. Gut, dass wir unsere Regenponchos aus Vietnam dabei hatten. Auch wenn die Sicht dadurch nicht besser wurde, hatte der Regen einen großen Vorteil: Die Touristenmassen verkleinerten sich schlagartig und sie machten sich schnell auf den Heimweg, sodass wir einen kurzen Augenblick fast allein vor den Türmen von Angkor Wat genießen konnten. Überhaupt war die Stimmung beim Sonnenuntergang im Regen, während die Wolkendecke am Horizont doch aufbrach, ganz besonders schön. Mit diesem Willkommensgruß der Tempel fuhren wir durch den abendlichen Stau in Siem Reap wieder heim.

Am nächsten Tag standen wir um 4:30h auf, um nun den Sonnenaufgang an gleicher Stelle nur mit dem Blick in die andere Richtung zu verfolgen. Mit dem Ticket bereits im Gepäck waren wir glücklicherweise verhältnismäßig früh dran und konnten uns einen Platz in einer der ersten Reihen sichern. Wir wussten ja von dem Touristenansturm, aber es war erstaunlich, wie viele Menschen dann doch überrascht waren, dass soooooo viele andere mit ihnen zum Sonnenaufgang kamen – ein Geheimtipp ist das tatsächlich schon lange nicht mehr. Erfreulicherweise hielten sich in „unserer Ecke“ viele an die Etikette und so wurde uns ein ruhiger, bedächtiger und recht schöner Sonnenaufgang geboten. Um den Massen dann aber zu entgehen, haben wir uns Angkor Wat nicht direkt im Anschluss angeschaut, sondern sind kurz vor dem Aufbruch aller anderen mit dem Tuk Tuk zu einem verlassenen See gefahren, wo wir unser Frühstück aus dem Guesthouse in aller Ruhe und ganz alleine genossen. Die einzelnen Tempel (mit Ausnahme von Angkor Wat) öffnen erst um 7:30h, wir hatten also Zeit. Kurz vor halb acht näherten wir uns dem ersten Tempel gegenüber des Sees und siehe da – sogar fünf Minuten vor der Öffnung durften wir die heiligen Hallen betreten. Nur ein anderes Pärchen war mit uns vor Ort und so hatten wir eine herrliche Stunde in dem kleinen Tempel (fast) ganz allein. Solche Momente sind rar in Angkor, weil Millionen von Touristen pro Jahr die Tempelstätte anpeilen. Dadurch sind auch einige Bauten vom Einsturz bedroht, die dann von Holzgerüsten gestützt werden müssen. Ebenso sind Pfade gebaut worden, auf denen die Besucher durch die Tempel gehen. Auf unserem letzten Besuch 2006 gab es all diese Dinge noch nicht, über die Tempel konnte man sogar klettern. Zudem war die Wahrscheinlichkeit relativ hoch, zu bestimmten Zeiten mit wenigen Touristen in einem Tempel zu sein. Heute ist das fast nicht mehr möglich. So waren auch wir in den übrigen Tempeln in Begleitung anderer, aber das ändert natürlich nichts daran, dass die alte Stadt weiterhin sehr beeindruckend ist (und wir haben sogar ein Dinosaurier-Mosaik gefunden, woher die vor gut 800 Jahren wohl von den Dinos wussten?) und die benannten Maßnahmen sind notwendig, um die Bauten zu erhalten. Auch die Insektenwelt zeigte sich mal wieder von ihrer großen Seite, nach den Kolibri-großen Faltern in Vietnam gab es diesmal einen gut 20cm langen Tausendfüßler.

Am Nachmittag hatten wir dann auf unserer „small circuit“-Tour genug alte Steine gesehen und fuhren zurück ins Guesthouse. Ziemlich geplättet von der Sonne, den Eindrücken, dem frühen Aufstehen und der Kletterei gab es nur ein kleines Abendessen im Guesthose und dann ging es fix auf’s Zimmer zur Nachtruhe. Am nächsten Tag schliefen wir aus und ließen die Tempel Tempel sein. Das Drei-Tagesticket muss nicht zwingend an drei Tagen hintereinander genutzt werden, gut für Reisende mit großem Zeitbudget. Wir schlenderten ein bisschen durch die Stadt, die zwar größer geworden ist, aber (zumindest wirkte es auf uns so) keine wirklichen Fortschritte macht (wie z.B. Kampot oder Phnom Penh). Der alleinige Wirtschaftsfaktor ist Tourismus, es gibt quasi nur Hotels, Restaurants und Bars. Diese wachsen zwar aus dem Boden, der Rest der Infrastruktur wächst aber nicht mit. Abends wartete ein leckeres Essen beim Franzosen und dann ein Livestream zum Pauli- Düsseldorf-Spiel auf uns. Die mitgeschleppten Stadion-Becher haben leider nichts gebracht, Pauli hat verloren, inklusive Eigentor. Herrje, der Klassenerhalt wird jetzt richtig schwierig.

Das mussten wir mit ein paar Bieren verkraften und so ging es am nächsten Tag erst gegen Mittag zurück in die Tempel, dafür aber mit dem Rad. Diese Art, Angkor zu erkunden, war super: eigenes Tempo, spontanes Anhalten, Flexibilität und die Ruhe, den Dschungel auf sich wirken zu lassen. Als erstes haben wir Angkor Wat genauer unter die Lupe genommen. Die ungewöhnliche Zeit (alle anderen aßen Mittag) bescherte uns auch hier teilweise leere Gänge und ruhige Momente. Wie voll es sonst ist, lassen Schilder erahnen, wie man sie aus Vergnügungsparks kennt: „Ab hier warten Sie ca. 45 Minuten.“ Da ist man froh, einfach vorbei spazieren zu können. Das Wetter hat auch mitgespielt und am späten Nachmittag war die Stimmung in der langsam untergehenden Sonne, besonders im Bayon, ganz zauberhaft. Wir schauten noch einmal kurz den Sonnenuntergang an und bevor es ganz dunkel war, radelten wir nach Siem Reap zurück. Abends waren wir zum Essen wieder mal mit Rob und Liz verabredet, die wir vor ihrem Trip gen Südkambodscha nun zum letzten Mal ihrer Reise gesehen haben. Anfang Dezember fliegen sie nach England zurück, wo wir sie bestimmt einmal besuchen werden.

Am dritten Tempeltag fuhren wir wieder mit dem uns bekannten Tuk Tuk-Fahrer durch Angkor („big circuit“) und besichtigten Tempel, die wir bisher noch nie gesehen hatten. Wie in den Tagen zuvor war es sehr schön und beeindruckend. Doch zugegebenermaßen waren wir mittlerweile ein wenig Tempel-müde und fuhren mit wahnsinnig vielen imponierenden Bildern im Kopf am frühen Nachmittag zurück. Wir mussten auch noch packen, weil am nächsten Morgen der Bus um 7:45h für uns nach Phnom Penh losfuhr. Dachten wir zumindest.

Gegen 1:00h fing Pauls Magen auf einmal zu randalieren und ihm wurde schlecht, was in einer sechsstündigen Brech-Durchfall-Dauerschleife mündete. Eventuell war das die asiatische Rache für das leicht belustigte Beschreiben der Seekrankheit einiger Passagiere auf unserer Überfahrt nach Phu Quoc hier im Blog. Um 8:00h war dieser Kampf erstmal vorbei (die Fahrt nach Phnom Penh hatte Miri längst gecancelt), dafür begann das Fieber, das partout nicht aufhören wollte und sich bei 38°C einpendelte. Am Nachmittag, Paul hatte mutig 2 Cracker gegessen und sich dazu dekadent 3 Schlucke Wasser gegönnt, begann dann wieder die Übelkeit und es stand fest: Wir mussten ins Krankenhaus. In Siem Reap sind so viele Touristen, dass man sich auf eine ordentliche medizinische Versorgung verlassen kann. Wir landeten im Angkor International Hospital, das mit dem renommierten Bangkok Hospital zusammenarbeitet. Die Patientenaufnahme, die Blut- und Stuhlgangtests und erste Sofortmaßnahmen wurden ziemlich rasch durchgeführt und nach 1,5 Stunden stand fest: Paul hatte Amöbenruhr. Weiter stand fest, dass wir über Nacht bleiben sollten, weil er schon so dehydriert war, dass es neben dem Antibiotikum weitere Infusionen geben musste. Nachdem Miri ein paar Sachen aus dem Guesthouse geholt hatte, startete die angekündigte Behandlung allerdings immer noch nicht und das Zimmer durften wir auch nicht beziehen. Der Grund: Zwecks Bezahlung stand eine Antwort unserer Versicherung, mit der wir mittlerweile geskypt und für die wir sämtliche Formulare ausgefüllt hatten, noch aus. Um 22:30h hatten wir genug und fragten, ob es eine Alternative gäbe. Nachdem 500$ Kaution von uns gezahlt wurden, hing Paul sofort am Tropf und wir konnten in das Zimmer. Money rules the world.

Die Nacht war im Vergleich zu der komplett schlaflosen davor besser, aber aufgrund einer sehr lauten AC im Zimmer dennoch unruhig. Paul war zudem ein wenig geschwächt und das Sofa, auf dem Miri schlief, ein bisschen schmal. Aber immerhin gab es dafür keinen Aufpreis. Mehrere NSS- und Antibiotikum-Infusionen später ging es Paul besser und auch die Mahlzeiten musste er nicht wieder erbrechen. Der Doc bot Paul am Nachmittag an, das Krankenhaus zu verlassen und in den folgenden Tagen Tabletten zu nehmen. Das nahm er dankend an. Jetzt musste allerdings noch der Papierkram erledigt werden. Drei Stunden und einige Unterschriften später wurden wir vom Krankhauschauffeur ins Guesthouse gefahren, der wohl in den 850$, die der ganze Spaß gekostet hat (und die von der Versicherung ohne Vorleistung von uns übernommen wurden), inbegriffen war.

Im Guesthouse begrüßte man uns herzlich, ohne Probleme konnten wir unseren Aufenthalt um weitere zwei Nächte verlängern. Der anschließende Tag war sehr ruhig, wir spazierten ein wenig durch Siem Reap und beobachteten kontinuierlich Pauls sich bessernden Gesundheitszustand. Der stellte sich glücklicherweise als stabil heraus, sodass wir die Fahrt nach Phnom Penh mit dreitägiger Verspätung erneut in Angriff nahmen. Jetzt sitzen wir im Bus und sollen in 1,5 Stunden in der Hauptstadt ankommen. Weil wir immer noch ein wenig groggy sind, haben wir ein etwas besseres Hotel gebucht, auf das wir uns sehr freuen.

Saigon/ Ho Chi Minh City

Sagt man jetzt eigentlich Saigon oder Ho Chi Minh City (HCMC)? Diese Frage konnten wir nicht abschließend klären. Im Norden ganz klar HCMC, im Süden eher Saigon. Es kommt wohl auch darauf an, wie man der Regierung gegenüber eingestellt ist. Abseits dieser Fragen beschäftigten wir uns in Saigon (das ist jetzt kein Statement zum politischen System) mit unterschiedlichsten Dingen. Am ersten Abend wurde die höchste Bar im Backpackerviertel gesucht (auch das muss man mal mitnehmen) und nach einem Umweg über die Bar nebenan (mit sehr ähnlichem Namen) schließlich gefunden, um anschließend einer unterkühlten Elektrodisko einen Besuch abzustatten. Paul ist danach erschöpft ins Hotel, er ist ja auch der älteste. Miri ist hingegen mit Rolf und Grischa noch ein bisschen weitergezogen. Den nächsten Tag haben wir ganz entspannt verbracht, lange geschlafen, eine Bun Cha (noch eine vietnamesische Suppe) zum Mittag genossen und uns ein bisschen durch Saigon treiben lassen, um uns um 18:00 Uhr mit Volker und Veronika (Pauls Onkel und Tante) zu treffen. Wie der Zufall so will, waren die beiden auch gerade hier. Manchmal muss man eben um die halbe Welt reisen, um sich zu treffen. Die beiden luden uns erst auf Cocktails in der Rooftopbar des altehrwürdigen Majestic Hotels, wo wir einen herrlichen Blick auf den Fluss hatten (nur die neu aufgestellten Heineken-Werbeplakate störten etwas), und danach zum Essen ein. Es war ein lustiger Abend, nachdem wir wieder Up-To-Date waren, was die Putzsche Sippe angeht, den wir gemeinsam abermals im Majestic bei Weißwein und (viel zu lauter, wie überall in Vietnam) Musik ausklingen ließen. Eventuell sehen wir die Beiden in Burma wieder, wir würden uns sehr freuen. Am nächsten Tag war ein bisschen Geschichte geplant und wir sind zu Fuß in Richtung Kriegsmuseum aufgebrochen. Etwa auf dem halben Weg bekam Rolf einen Anruf von einem Interessenten für sein Mofa. Wir sind derweil mit Grischa über Umwege zum Museum weitergetapert und trafen dort einen glücklichen Rolf, der seine „Maschine“ losschlagen hatte können. Allerdings nur in US-Dollar und nicht in Dong. Wir haben kurzerhand die Wechselstube gespielt und sind nun mit reichlich $ ausgestattet. Das Museum hatte mittlerweile leider Mittagspause und wir beschlossen, einen Happen essen zu gehen. Als Paul gefüllten Bitterkürbis (Bittermelone) bestellte, fragte die Bedienung extra nochmal nach, ob er auch wüsste, was das sei. Dies wurde natürlich bejaht, geschmeckt hat es dann leider nicht (kann ja keiner ahnen, dass Bitterkürbis so bitter ist). Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Das Museum war dann einerseits beeindruckend, andererseits doch sehr einseitig, was die Geschichte betrifft. Der Besuch hat sich aber in jedem Fall gelohnt. Auf dem Rückweg wurden wir das erste Mal von einem Schauer überrascht. Den größten Wetter-Katastrophen konnten wir bisher ja immer geschickt ausweichen: Die Taifunausläufer erreichten Cat Ba einen Tag nach uns, Mittelvietnam wurde 2 Tage vor unserer Durchreise überschwemmt, aber in Saigon hat uns nun (der obligatorische) Regen zumindest eingeholt. Zum Glück gibt es an jeder Straßenecke kleidsame Regen-Accessoires. Am Abend sind wir dann nochmal ganz hoch hinaus und besuchten eine Bar im 21. (und somit obersten) Stock. Der Blick war wirklich traumhaft, Rolfs Leihschuhe saßen auch einigermaßen (es waren keine Flip-Flops erlaubt, sodass er am Empfang geschlossene Schuhe gestellt bekam), allerdings war um 21:00h schon Schluss, da die Happy Hour vorbei war und die Cocktails nun erheblich über unserem Budget lagen.

Am Sonntag sind Rolf und Grischa dann in die Heimat aufgebrochen und der Tag zog sehr ruhig mit einem Besuch in einer Shopping-Mall (neben McDonalds und Starbucks’s gibt es im Unterschied zum Rest Vietnams auch so etwas hier in Saigon), die eine Patisserie namens „Paul“ als Überraschung parat hatte, an uns vorbei. Als dann alle in Ihren Fliegern saßen, gönnten wir uns einen kurzen Happen, um anschließend mit Chips und Bier mal wieder gemütlich einen Film in unserem Hotelzimmer zu schauen.

Am letzten Tag sind wir noch einmal Richtung Chinatown gelaufen (das Kunstmuseum hatte leider am Montag geschlossen) und haben uns verschiedenste Tempel angeschaut. Es ging von mit Touristen überfüllten Anschauungstempeln, über kleine Heiligenstätten um die Ecke zu mit Vietnamesen bevölkerten Tempeln, in denen imbissbudengleich in einem Tempel mindestens 10 Gottheiten nebeneinander in ihrem Kämmerlein dargestellt waren und je nach Problemstellung angebetet werden konnten. Dies wurde manchmal mit Inbrunst getan oder eher flüchtig, sodass nur kurz vorbeigeschaut wurde. Wie auch immer, man hat das Gefühl, dass das Besuchen der Tempel unabhängig von Festivitäten auch bei der jungen Bevölkerung noch zum Alltag gehört. Zum Abschluss wurde über den obligatorischen Markt geschlendert, um dann mit dem öffentlichen Bus in Richtung Hotel aufzubrechen.

Zum Abschluss sind wir dann ein weiteres Mal in das Restaurant gegangen, in das uns Volker und Veronika ausgeführt hatten. Eine Art Garküchenrestaurant, wo je nach Bestellung eine anderer „Küche“ zuständig ist.

Am nächsten Morgen ging es früh los und Paul war froh, endlich die hektische Großstadt zu verlassen. 5 Tage waren dann doch genug. Nun sollte es auch in Bezug auf das Tagesprogramm etwas ruhiger angegangen werden.

Hue

Relativ gut ausgeschlafen kamen wir morgens um 7:30h in Hue an, einer geschichtsträchtigen (und natürlich ehemaligen Haupt-) Stadt Vietnams. Damit sind wir nun in Südvietnam angekommen und alles wirkt hier etwas wohlhabenderer und gediegener. Da um 8:00h die Zimmer im Hotel noch nicht gesäubert waren, bot uns das Personal an, zunächst ein Frühstück einzunehmen, bevor wir unsere Gemächer beziehen konnten. Weil wir nicht wahnsinnig viel Zeit in Hue hatten und es irre warm war, verzichteten wir auf die Dusche, luden unsere Rucksäcke kurz ab und stürmten der bisher frühesten Sightseeing-Tour entgegen. Auf dem Programm stand eine Palastanlage und damit die ehemalige Residenz der Kaiser der vietnamesischen Nguyễn-Dynastie. Der darin enthaltene Kaiserpalast wurde nach dem Vorbild der Verbotenen Stadt in Peking gebaut und hat es zum UNESCO-Welterbe geschafft. Wir hatten den gesamten Aufenthalt lang immer den Eindruck, dass man sich in einem Relikt aus weit vergangenen Zeiten befand, aber die Nguyễn-Dynastie dauerte von 1802-1945 an und so konnte man immer mal wieder ausgestellte Fotos mit französischen Generälen betrachten, die in Erinnerung riefen, dass die herrschaftlichen Gebäude noch gar nicht so wahnsinnig alt sind. Dies machte einem der kaiserliche Tennisplatz deutlich, auch wenn dieser so gar nicht herrschaftlich aussah. 1968 wurden große Teile der Anlage durch Nordvietnam im Zuge der Tet-Offensive stark zerstört, sodass teilweise nur noch vereinzelt Steine herumliegen. Dennoch konnte man sich ein gutes Bild von der Machtschaustellung machen. Gegen Nachmittag schlug dann zumindest bei uns beiden die Müdigkeit zu und wir taperten für eine verspätete Siesta ins Hotel zurück. Grischa hingegen schmiss sich in das Getümmel von Hue und spazierte noch ein wenig durch die Stadt. Abends haben wir uns ein 8-Gänge-Menü am Fluss genehmigt, das viele Spezialitäten Hues im Repertoire hatte. Damit konnten wir einmal ganz tief in die Spezialitäten Hues eintauchen – es war zwar ein bisschen dekadent (hat aber trotzdem nur 7€ pro Person, excl. Getränke gekostet), aber extrem lecker und lehrreich.

Am nächsten Tag wurde unser Sightseeing-Programm fortgesetzt. Dieses Mal mieteten wir uns Fahrräder und erkundeten eine siebenstöckige Pagode („Thien Mu Pagoda“, neben der Palastanlage DAS Wahrzeichen Hues), setzten samt Räder mit dem Boot über den Fluss und radelten zu einer ehemaligen Tiger vs. Elefanten-Kampfstätte für die oben erwähnten Kaiser. Anzumerken ist hier, dass den Tigern die Krallen gezogen wurden, damit der Elefant (Symbol der Kaiser) auch ja gewinnt. Danach ging es zu der Grabstätte „Tomb of Tu Duc“ von einem dieser Kaiser, Tu Doc. Die Stätte samt großzügig angelegten Wassergräben und Gemächer für die 104 Ehefrauen, seine Mutter, Großmutter, (unzählige) Konkubinen, das Personal etc. ließ er sich noch zu Lebzeiten bauen und er fand Gefallen daran, dort noch Jahre vor seinem Ableben zu wohnen. Tu Duc hat sich laut Lonely Planet mit wertvollen Schätzen beerdigen lassen und um sein Grab vor Grabräubern zu schützen, wurden alle 200 Zeremonie-Helferlein im Anschluss geköpft. Während unseres Besuchs der Stätte rief Rolf an, weil das Hotel ihn nicht in Grischas Zimmer lassen wollte. Wir hatten ihn zwar angekündigt, aber nur mit einem kurzen Satz, der hier manchmal nicht ausreicht. Nachdem wir der Rezeption versicherten, dass er wirklich ein Freund von uns ist, versprachen sie, ihm Einlass zu gewähren. Den Abschluss unserer Trips bildete eine Esplanade („Ho Quyen“), nach der wir dann Sightseeing-gesättigt, ein bisschen erschöpft, aber glücklich zurück ins Hotel fuhren. Rolf war dort inzwischen auch erfolgreich angekommen und schlief selig im Zimmer. Nach einer kurzen Entspannungsphase tigerten wir zum Abendessen und zu ein paar Drinks in Hues Bars.

Der letzte Tag in Hue hatte wieder eine Besichtigung für uns parat, nun ging es aber um die prägende Kriegsgeschichte des Landes. Mit Mr. Thung (diesen von Tripadvisor empfohlenen Namen trugen plötzlich drei Personen, mit denen wir telefoniert und gesprochen hatten) fuhren wir zu viert in die ehemalige demilitarisierte Zone, die de facto alles andere als demilitarisiert war. Unser ca. 70jähriger Guide kämpfte früher an der Seite der Amerikaner gegen den Norden und hatte daher teilweise eine etwas andere Sicht auf die Geschichte, als uns die Gedenktafeln erzählten. Trotz seines Alters stellte er sich als sehr agil heraus, als wir durch die engen und sich immer weiter in die Tiefe schlängelnden „Vinh Moc Tunnels“ liefen. Dabei war seine Größe (oder besser Kleine) allerdings auch ein eindeutiger Vorteil. Dieses imposante Tunnelsystem (bis zu 25 Meter tief) wurde von den dort ansässigen Bewohnern des Dorfes Vinh Moc angelegt, in das sie im Zuge des Krieges gegen die USA buchstäblich abgetaucht sind, um sich vor den Bombardements zu schützen. Weil in dem Landabschnitt extrem und lange gekämpft wurde, richteten sich die Bewohner in dem Tunnelsystem fast häuslich ein. So gibt es Gemeinschaftsräume, Bade- und Kinderzimmer, ein Theater und einen Gebärraum (in dem 17 Kinder geboren wurden) – und kein Raum war größer als 3m2. Daran anschließend fuhren wir zum Ben Hai River, der die natürliche Grenze zwischen Nord- und Südvietnam markierte und heute als wichtiger Ort der Wiedervereinigung gilt. Auch wenn unser Mr. Thung ein bisschen besser englisch hätte sprechen können, war es ein lohnenswerter Ausflug in die junge Geschichte Vietnams. Zurück im Hotel machte sich Rolf mit seinem Moped auf Richtung Hoi An. Wir hatten noch gute 2 Stunden, bevor unser Bus abfuhr und suchten noch ein kleines Café auf. Der Kaffee war sehr gut, es fehlte nur ein kleiner Snack. Drei standen zur Auswahl: Pig-Skin-Pie, und wie wir das Land kennengelernt haben, hat das nichts mit ZimtSCHNECKEN oder dem Gebäck SCHWEINEohren zu tun, sondern ist wohl einfach ein Kuchen mit Schweinehaut. Paul hätte dann fast einfach so Tré bestellt, googelte aber zum Glück vorher noch einmal: Tré wird aus dem Billigsten des Schweins hergestellt und besteht aus Ohren, Nase, Haut und anderen Resten. Es gilt dennoch als Arme-Leute-Spezialität in Hue. Am Ende wurde es Snack Nummer drei, irgendwelche getrockneten Früchte, die in etwas Salmiak-Ähnlichem eingelegt waren.

Tam Coc

Als nächste Station hatten wir uns Ninh Binh ausgesucht, da dies auch in Fahrdistanz für Rolf lag. Los ging es mit dem Bus, dann wurde in ein Speedboot gewechselt und danach sollte die Touri-Karavane in einen weiteren etwas kleineren Bus mit etwa 20 Sitzplätzen einsteigen. Als der Kofferraum schon voll war, nachdem 10 Reisende ihre Taschen in diesem verstaut hatten, wurde die Reisebegleitung doch etwas nervös und zählte durch, wie viele Passagiere er überhaupt zu befördern hatte. Am Ende passte es auf den Platz genau, wobei ein Sitz komplett von Taschen eingenommen wurde. Etwas voreingenommen würden wir behaupten, das war keine Berechnung, sondern Glück. Wir waren etwa genauso gut vorbereitet wie unser Guide und überlegten uns 20km vor dem Ziel, welches Guesthouse man denn ansteuern könnte. Beim Blättern im Lonely Planet fiel uns auf, dass wir gar nicht so gerne nach Ninh Binh wollten, sondern sich Tam Coc (ca. 9km weiter) viel besser anhörte. Wir beratschlagten gerade, was wir bereit wären für ein Taxi nach Tam Coc zu bezahlen, als der Bus genau dort einen ungeplanten Zwischenstopp einlegte – das Glück ist mit die Dummen.

In Tam Coc wurde schnell eingecheckt, mit Rolf der neue Standort geteilt (schöne neue Technikwelt) und durch den Ort geschlendert. Als Rolf dann auch endlich ankam, war der Hunger groß, nach einigem Hin und Her (Grischa hatte besondere, nicht zu erfüllende Vorstellungen) wurde ein Restaurant gefunden und flugs die Bestellung aufgegeben. Bis das Essen kam, dauerte es ein wenig, denn die Zutaten mussten erst per Telefon bestellt werden und wurden dann per Fahrrad und Taxi gebracht und an uns vorbei in die Küche getragen. Und, kein Witz, es wurde auch eine neue Gasflasche bestellt und geliefert, derweilen der ganze kalte Biervorrat von uns aufgebraucht (3 Tiger und 2 Hanoi). Am Ende waren wir aber alle satt und es hat sehr gut geschmeckt. Danach ging es noch ein paar Kugeln beim Poolbillard versenken (eigentlich eher den Tisch durch Unfähigkeit blockieren).

Rolf verließ uns am nächsten Tag wieder, er fährt kürzere Strecken und hat damit weit mehr Fahrtage. Ihn sehen wir vorrausichtlich in Hue wieder. Wir wollten eigentlich auch nur eine Nacht bleiben und am Abend des nächsten Tages mit dem Nachtzug weiterfahren. Aufgrund von Unwettern in Mittelvietnam wurde daraus aber nichts, die Gleise waren unterspült. 

Wir verlängerten gleich um eine Nacht und buchten für den darauffolgenden Tag einen Nachtbus nach Hue.

Für die zwei Tage, die wir nun Zeit hatten, mieteten wir uns zwei Motorroller für eine Umgebungserkundung. Nach einer Pagode die über drei Bergebenen verteilt ist, wollten wir nur einen kurzen Abstecher in ein sehr schönes „Vogel-Tal“ machen, um festzustellen, dass es alleine dort genug für 3 Tage zu entdecken gab. Wir stellten unsere Gefährten auf dem Parkplatz ab, keine Motos erlaubt, und zogen zu Fuß in die wunderschöne Landschafft mit Kamera los. Als der Rückweg anstand, sprang – oh Schreck, aber eigentlich musste das auch mal passieren – ein Roller nicht mehr an. Auch der Kickstarter wollte nicht wie wir. Dass es nicht an uns lag, bewiesen die ebenfalls erfolglosen Versuche der herbeigeströmten Einheimischen. Freundlicherweise rief dann einer der Helfer in unserem Hotel an und bedeutete uns (englisch konnte keiner) zu warten. Nach 30 Minuten kam dann tatsächlich jemand, den wir für einen Mechaniker hielten, zumindest machte er sich gleich ungefragt daran, mit einer großen Schere (die als Schraubenzieher, Kabelkapper- und Isolierer, Überbrücker und jedes andere Werkzeug diente) unseren Roller auseinanderzunehmen. Nach weiteren 30 Minuten, in denen Kabel gekappt, ausgewechselt und/oder neu verdrillt wurden, der Roller sich trotzdem weigerte anzuspringen, zeigte der „Mechaniker“ dann auf seinen Roller. Wir machten uns also mit teilweise neuem Gefährt, ohne Automatik, auf die Heimreise. Im Hostel wurde zwar etwas merkwürdig geschaut, der andere Roller nach unserer Erklärung aber bereitwillig zurückgenommen. Da wir unsere Passports beim Auschecken wieder bekommen haben, hat der Rollerrücktausch wohl funktioniert.

Durch die ganze Rolleraktion war es reichlich spät geworden und wir beschlossen der Einfachheit halber im Hotelrestaurant im 7. Stock zu essen. Dies war eine wirklich gute Entscheidung! Wir wurden nicht nur mit einem grandiosen Sonnenuntergang und danach mit einem roten „Riesenmond“ belohnt, auch das Essen war fantastisch. Es gab gegrillte Ziege auf heißem Stein, die am Tisch eigenhändig mit Thaibasilikum, Ananas und Gurke in Reismehlblätter gewickelt und in eine Gelbebohnensoße gedippt wurde. Ein Gedicht.

Am nächsten Tag gab es die nächste Rollertour, zur einer Höhle, einer Aussichtsplattform inklusive gefühlten 10.000 unregelmäßigen Stufen und nach Hoa Lu, einer der vielen ehemaligen Hauptstädte Vietnams. Diesmal hielt der Roller. Gegessen wurde wieder im Hotel, in dem wir freundlicherweise in einem unbenutzen Zimmer noch duschen konnten, bevor es in den Nachtbus ging. Dieser machte nach 20 Minuten Fahrt erst einmal 30 Minuten Pause, was zur Folge hatte, dass die Temperatur – ohne Klimaanlage – schnell sehr unangenehme Ausmaße erreichte und an Schlaf erst einmal nicht zu denken war. Als es dann aber richtig losging, war es, trotz unseres hohen Alters, erstaunlich angenehm und wir konnten sogar mit einigen Unterbrechungen recht gut schlafen.