Kategorie: Thailand

Bangkok III

Um 6:30am in Bangkok angekommen, machten wir uns mit der Metro Richtung unseres Appartements auf. Check-in war erst ab 10am möglich und so hatten wir uns vorher ein nettes Café in der Nähe von Metrostation und Appartement herausgesucht. 1,5km Fußmarsch später und ziemlich durchgeschwitzt (auch morgens ist es hier schon sehr warm) mussten wir feststellen, dass die Öffnungszeiten aus dem Netz nicht stimmten und das Café erst um 9:00am öffnen sollte. Das einzige Etablissement, welches zu dieser Uhrzeit in der Nähe schon geöffnet hatte, war das Frühstückscafé eines Nobelhotels, in dem wir sehr underdressed (in Reiseklamotten) und leicht müffelnd (seit gut 18 Stunden unterwegs) ein langes und ausgiebiges Frühstück einnahmen.

Das Appartement war wirklich schön, mit Wohnzimmer, kleiner Kochecke, Pool und Gym im Haus und super gelegen (5 Minuten zur Skytrain und Metro). Nach dem Frischmachen ging es erstmal zum Schneider (dieses Mal wollten auch wir mit Anzügen aus Asien wiederkommen) und danach einen Grundstock einkaufen. Auch wenn „westliche“ Lebensmittel sehr teuer sind (ein Glas Artischockenherzen kosten 8€), hatten wir Lust, uns endlich mal wieder eine Pasta wie zu Hause zuzubereiten. Der Abend wurde dann entsprechend mit selbstgekochten Nudeln und einer Flasche Wein auf dem kleinen Balkon verbracht.

Die restlichen Tage vergingen wie im Flug. Wir waren toll Essen (z.B. im „Gaggan“), viel shoppen (Weekend Market, Siam Center, MBK usw. usf.), in Bangkoks Art Center für Modern Art, führten ein Interview mit einem Menschenrechtler und sind zwischendurch ziellos durch die Stadt getigert. Plötzlich war es Dienstagabend und 6 Monate waren um! Es ging nochmal auf die Rooftopbar im Radisson Blu Hotel, um die tolle Zeit Revue passieren zu lassen. Eines ist sicher: Wir freuen uns auf Hamburg und trotzdem war die Zeit hier zu kurz. So bleibt ein weinendes und ein lachendes Auge und viele Erinnerungen, von denen wir noch lange zehren werden.

Koh Tao

Zusammen mit ziemlich vielen anderen Touristen verließen wir die Fähre, die uns nach Koh Tao brachte, um dann schnell mit dem Taxi der strömenden Massen zu entfliehen und zu der wohl ruhigsten Bucht der Insel zu fahren. In der Tanote Bay gibt es eine sehr überschaubare Anzahl an Unterkünften (es sind fünf), die zudem noch Abstand zueinander haben. Wir hatten einen kleinen Standard-Bungalow gemietet, mit einfacher Ausstattung und schönem Blick über die Bucht.

Wie geplant, waren die Tage auf Koh Tao ruhig und tatsächlich nicht sehr spektakulär. Wir gingen am Strand spazieren, schnorchelten die gesamte Bucht ab, Miri ging noch an zwei Tagen tauchen und Paul suchte derweil die Hängematte vor unserer Hütte auf. Wir hatten bestes Wetter, konnten gute Cocktails am Strand genießen und jeden Abend einen wunderschönen – Achtung! – Mond-Aufgang betrachten. Die Sonne hatte sich ja schon während unserer Reise in bester Form präsentiert, da war es nun eine schöne Abwechslung, dass sich der Mond auf Koh Tao von seiner besten Seite zeigte. An unserem letzten Abend stand er dann als Vollmond rot strahlend am Himmel.

Nach fünf Tagen hatten wir dann auch jedes Restaurant in der Bucht zum Abendessen aufgesucht, sodass wir sehr entspannt das Meer und den Strand verlassen konnten, um zu unserer letzten Station (!) Bangkok aufzubrechen. Dazu nutzten wir alle möglichen Verkehrsmittel: Erst ein Taxi zum Pier, dann das Boot zum Festland, einen Bus zum Hauptbahnhof von Chumpon und schließlich den Nachtzug nach Bangkok. Unterwegs zuhause!

Chumpon

So gut der Service und die Planung auf dem Boot waren – an Land waren diese Organisationstalente dann wie weggespült. Auf der Hinfahrt zum Pier hatten wir ja die teilweise abenteuerliche Minibusfahrt und jetzt nach dem Verlassen des Bootes wurden wir erstmal 100km in die falsche Richtung befördert. Ganz vorbildlich hatten wir uns schon vor der Tauchsafari Busverbindungen herausgesucht, die uns nach dem Anlanden am Pier noch am selben Tag an unser Ziel „Chumpon“ bringen sollten. Dafür mussten wir nur an die Bushaltestelle der 5km entfernten Stadt gebracht werden. Wir dachten, dies auch so kommuniziert zu haben, sind uns im Nachhinein aber nicht ganz sicher, ob wir von dem französischen Skipper nur falsch verstanden worden sind oder ob die „French Connection“ einfach meinte, es besser zu wissen. In jedem Fall ging es (glücklicherweise mit dem Skipper im Minibus) in die falsche Richtung. Es dauerte etwas, bis wir das realisierten und auf Nachfrage wurde uns schließlich mitgeteilt: „Keine Sorge, wir bringen euch zu einer besseren Busverbindung.“ Das Ende vom Lied war dann: Wir haben gerade so den Bus bekommen, den wir ohnehin nehmen wollten, nur 100km weiter südlich und sind die ganze Strecke, die wir mit dem Minibus bewältigt hatten, wieder zurück geeiert (und dann natürlich noch weiter gen Norden gefahren). Der Vorteil war, dass wir auf diese Weise nicht in der Sonne warten mussten und gute Sitzplätze hatten, was ab unserer eigentlichen Station schwer geworden wäre.

Tja – und was gibt es jetzt zu Chumpon, dem Zielort, zu sagen? Von uns eigentlich nichts. Wir kamen um 22:30h an, latschten zu unserem Hotel, organisierten die Weiterfahrt nach Koh Tao am nächsten Tag, stellten den Wecker und fielen ins Bett.

Am nächsten Morgen genehmigten wir uns ein spätes Frühstück, holten nochmal Geld (bei unserem letzten Besuch spuckten die Geldautomaten auf der Insel Koh Tao nur sehr wenig Geld pro Abhebung aus und sie wollten jedes Mal horrende Gebühren) und schon ging es per Minivan zum Bahnhof, von dort dann allerdings nicht per Bahn, sondern nach einer guten Stunde im Bus weiter zum Pier, um dann mit dem Katamaran über eine leicht raue See die Insel anzusteuern.

Similan Islands

Bei einer Tauchsafari, die wir uns einiges kosten lassen haben, ist der Pick-up in einer Entfernung von ca. 50km mit inbegriffen. Unsere Unterkunft lag 30km vom Pier entfernt und wir sollten abends um 20h abgeholt werden. Prima! – dachten wir uns, so haben wir noch einen ganzen Tag in unserem Hotel, können sowohl zum Strand als auch noch einmal in den Pool und danach entspannt packen. Als Paul sein letztes Bier im Pool genoss, Miri entspannt unter der Dusche stand, klingelte um 18h das Telefon. Es war unsere Rezeption, die uns mitteilte, dass der Pick-up für uns schon in 20 Minuten da sein würde. Der Fahrer hatte sich auf der Karte verguckt und dachte, unsere Unterkunft wäre viel näher am Pier gelegen (die Adresse hatte er seit zwei Wochen…). Bis zu dem Zeitpunkt hatten wir natürlich noch nichts gepackt, dafür lagen unsere Sachen überall verstreut herum – der dafür notwendige Platz war ja vorhanden. Zu unserer eigenen Überraschung waren wir tatsächlich nach 20 Minuten geduscht und abfahrbereit – das regelmäßige Packen ist uns anscheinend in Fleisch und Blut übergegangen. Im Ergebnis warteten wir mit unserer sehr freundlichen Rezeptionistin weitere 40 Minuten am Meeting-point, bis dann endlich um 19h der Pick-up kam. (Sie hatte uns auch schon vorgewarnt: „If Thais say 20 minutes they mean 40 or 60.“) Offensichtlich musste unser Fahrer dann noch Zeit gut machen, denn er raste mit 120 Sachen gen Süden, um sich beim nächsten Pick-up-Stopp nach 20km bei uns zu entschuldigen, dass er so schnell gefahren war. „Sorry, but I was late.“ Ab dann ging es im Vergleich gemächlich zum Pier.

Sodann startete unsere Tauchsafari, auf die wir uns sehr gefreut hatten. Natürlich war es misslich, dass Pauls letzte Taucherfahrungen dazu führten, dass er zumindest in diesem Urlaub nicht mehr in die Tiefen absteigt. Alles war aber gebucht und nicht mehr zu stornieren und so betraten wir beide gegen 20h unser Boot. Die Gruppe von ca. 20 Leuten wurde kurz gebrieft, bevor es ein erstes gemeinsames Abendessen gab. Dabei beschnupperten sich alle gegenseitig ein wenig und es wurde ausgecheckt, aus welchen Erdteilen der ganze Haufen zusammengesetzt war. Vertreten waren Dänemark, Frankreich, Norwegen, Russland, China, Hongkong, Singapur, Australien und die USA und die Crew war mit extrem freundlichen und hilfsbereiten Thais besetzt. Die Kabine war (für Tauchboot-Verhältnisse) geräumig und mit einem kleinen Balkon ausgestattet. Auch hier muss man sagen: „You get what you paid for.“ Dass wir uns nicht für die günstigste Alternative entschieden haben, hat sich gelohnt. Miri organisierte abends noch einen Deep Dive-Zertifikatstauchgang am nächsten Tag, weil sie offiziell bisher nicht tiefer als 18m tauchen durfte. Das Programm der Safari sah allerdings mehrere Tauchgänge zwischen 20m und 30m vor und um im Falle des Falles Versicherungsschwierigkeiten zu vermeiden, stieg sie am nächsten Tag zunächst alleine mit einem Divemaster zum Schulungs-Tauchgang ab. Zapzarapp – Zertifikat erhalten. Danach ging es regelmäßig täglich 3-4 Mal ins Wasser zusammen mit Matthew (Aussi, der den Geruch von Eiern am Frühstückstisch hasste – nein, kein Veganer – und uns regelmäßig erzählte, wie schlecht doch Nutella sei, sich dafür aber an jedem Abend einen großen Becher Baileys genehmigte), Adam (Ami, für die UN in der Welt unterwegs, sieht seine Familie aber sehr regelmäßig alle 4-5 Jahre, „that’s enough for me“) und Xin Ye (Chinesin; sie vergaß beim Tauchen mal die Brille – fiel sofort auf – oder den Safety-Stop – bemerkte sie erst an der Oberfläche) unter Aufsicht von Divemasterin Julia (Norwegerin, im Winter Divemaster, im Sommer Erdbeerpflückerin auf der Farm ihrer Eltern). Und was soll man sagen: Es war fantastisch! Wir klapperten nach und nach Koh Bon, Koh Tachai, Similan Islands, Richelieu Rock sowie ein Wrack in der Nähe von Khao Lak ab und es gab immer wieder neue Fische, anderes Getier, die unterschiedlichsten Korallen, Formationen und Blautöne zu sehen. Einfach beeindruckend. Als Höhepunkt bekamen wir sogar zwei Walhaie zu Gesicht (als Miri die Kamera leider an Bord vergessen hatte). Begleitet wurde das Ganze von (natürlich) wunderschönen Sonnenauf- und -untergängen.

Der Ablaufplan war zwar straff (um 6:30h ertönte eine Computerstimme durch nicht gerade leise gestellte Lautsprecher in alle Kabinen: „Good morning, rise and shine on this beautiful morning…“) und abends waren die Taucher auch alle platt, aber dennoch hatten wir einen Mordsspaß. Nach dem kurz erwähnten gegenseitigen Beschnuppern war schnell klar, dass wir uns auf dem Boot alle untereinander gut verstanden. Recht fix bestätigten sich auch wunderbar die Vorurteile, worüber wir uns gegenseitig köstlich und selbstironisch amüsierten und zu denen unsere Divemaster auch noch einige Geschichten auspacken konnten. Chinesen haben ihre GoPro-Kamera immer und überall dabei und posen wie die Weltmeister (es soll Damen gegeben haben, nicht bei unserer Fahrt, die sich vor jedem Tauchgang in ein anderes heißes Outfit schmissen und u.a. in Bikini, mit sexy Kniestrümpfen und wasserfestem Make-up zum Tauchen angetreten sind und unter Wasser nur Selfies schossen), Russen trinken ordentlich und sind am nächsten Tag unfassbar fit, Franzosen ist ihr Akzent beim Englischsprechen absolut egal (auch als Schiffs-Verantwortlicher) und sie sorgen überall auf dieser Welt für guten Wein und Kaffee, Dänen können einfach perfekte Nerds sein. Welches Vorurteil gegenüber Deutschen wir bestätigten, wissen wir natürlich nicht, wir haben uns aber Mühe gegeben, immer pünktlich und gaaaanz korrekt zu sein.

Die thailändische Crew servierte uns fünf Mal am Tag sagenhaft gutes und unterschiedliches Essen und stand vor und nach den Tauchgängen immer sofort bereit, um entweder Wasser, Melone und warme Handtücher zu reichen oder den Neo zu schließen. Alles in allem war es eine tolle Woche, in der wir auch mal wieder so etwas wie ein soziales Leben hatten. Paul wurde trotz seiner Tauchabstinenz integriert und hatte somit ebenfalls eine gute Zeit auf dem Boot, wenn es auch manchmal etwas schmerzhaft war, die Taucher auf- und absteigen zu sehen oder die Berichte von der wunderschönen Unterwasserwelt zu hören. Dennoch waren wir beide mit der Tauchsafari extrem zufrieden, als wir nach fünf Tagen wieder auf dem Festland ankamen und uns ein bisschen wehmütig von unserer Tauch-Crew verabschieden mussten. Wer weiß, den einen oder anderen sehen wir bestimmt irgendwann irgendwo auf dieser Welt einmal wieder.

Nam Khem

Viel zu schreiben gibt es eigentlich nicht über unseren Aufenthalt im Hip Resort @ Khao Lak. Paul war sich erst nicht ganz sicher, ob man auch das vorfindet, was versprochen wurde, hätte sich aber keine Sorgen machen müssen. Unsere „Villa“ hatte ein Ankleide-Zimmer, eine kleine Küche, ein schönes Kingsize-Bett, eine Schreibtischecke und den versprochenen kleinen Privatpool. Der Blick ging über eine weite Wiese in Sonnenuntergangsrichtung, hinter der das Meer zu erahnen war. Zum Strand, an den zu beiden Seiten auf mehreren Kilometern nur unser Resort lag, waren es mit den hauseigenen Rädern zwei Minuten gemütliches Radeln. Wirklich voll war es auch nicht, sodass trotz der „Ich reserviere meine Liege mit dem Handtuch“-Klientel immer eine Premiumliege am Meer frei war.

Wir bewegten uns die Tage nur zwischen üppigem Frühstücksbuffet, Strand, Pool und Restaurant. Dazwischen spazierten wir am Strand, lasen viel und tranken den einen oder anderen Cocktail im Liegestuhl oder auch mal ein Bier im Pool. Wir haben unsere Zeit dort sehr genossen, doch vier Tage im 60+ Umfeld (und ein, zwei Familien) waren dann auch genug und so ging es tiefenentspannt und glücklich weiter.

Phuket

Über Phuket hört man ziemlich viele negative Geschichten: Dort hielte man sich nur kurz auf, um schnell auf die Inseln drumherum zu gelangen, es gäbe nichts zu sehen und die Halbinsel sei einfach unattraktiv, da völlig überlaufen mit Russen und Chinesen. Wir hatten uns eher zufällig in Phuket Town ein Hotel gesucht und waren bei unserem Spaziergang kurz nach der Ankunft doch ziemlich überrascht. Die Stadt war alles andere als langweilig und schnöde, sondern sehr charmant, sie hatte architektonisch einen portugiesischen Touch und war geprägt von einer extrem entspannten Stimmung ganz ohne die touristischen Umtriebe. An unserem ersten Abend schlenderten wir durch die Old Town und genossen nach vier Wochen Burma die Standards, die die Cafés und Restaurants hier boten. Am nächsten Morgen wurde erstmal ein Roller für die nächsten Tage geliehen, denn Phuket ist groß und für Paul stand zunächst eine Tauchtauglichkeitsuntersuchung an. Diese wurde zwar bestanden, aber auch ziemlich lax durchgeführt. Danach ging es über die halbe Halbinsel zu dem Tauchcenter, das wir für unsere nächste Tour auserkoren hatten. Dieses zu finden, dauerte etwas länger, da beide Shops kürzlich umgezogen waren. Die zweite Touristeninvasionswelle – nach den Europäern (Deutschen) kommen wie gesagt nun die Chinesen (Russen) – hat bei Landvermietern eine weitere Goldgräberstimmung ausgelöst und Miet- und Immobilienpreise in die Höhe schießen lassen. Das Tauchcenter war in Karon beheimatet und nun verstanden wir auch, was es mit den Geschichten über Phuket auf sich hat. Ein/e Hotel/Bar/Restaurant/Geschenkeshop neben dem/der anderen, einfach in einer Perlenkette an einer Straße aufgereiht, überfüllter Strand und völlige Abstinenz von Charme. Am Ende ging es durch den Feierabendverkehr schleppend zurück nach Phuket Town, wo wir die Atmosphäre umso mehr wertschätzten. An den Linksverkehr hatten wir uns mittlerweile gewöhnt und haben, den einheimischen Rollerfahrern gleich, jede sich bietende Lücke genutzt, um ein paar Meter gut zu machen.

An den nächsten zwei Tagen schliefen wir aus, erkundeten unterschiedliche Strände (dank des Tipps unserer Rezeptionistin auch einen sehr ruhigen), bummelten durch die Old Town und genossen die Cafés dort, besuchten mal wieder einen richtigen Supermarkt (Miri hat endlich ein Deo ohne Aluminium gefunden, auch wenn es der Playboyduft „Play it wild“ ist) und schauten uns ein Spiel des FC Phuket an – 4. Liga, gegen Yala United. Das Spiel wurde mit 10-minütiger Verzögerung angepfiffen, da erst kein Krankenwagen für eventuelle Verletzungen der Spieler bereitstand. Lächerlich – dachten wir, aber dann wurde der Innenverteidiger von Phuket rüde umgetreten und musste in der Halbzeit abtransportiert werden, was den 2:0-Sieg von Phuket nicht verhinderte.

Alles in allem ließen wir es uns in Phuket gut gehen. An unserem Tauchtag hatten wir einen schönen ersten Tauchgang, nachdem sich aber leider nach ca. einer Stunde blau-rote Verfärbungen auf Pauls Knie zeigten (die nach vier Stunden aber wieder verschwunden waren), beschloss er, das Tauchen für diesen Urlaub sein zu lassen (was im Hinblick auf die kommende Tauchsafari natürlich eher bescheiden war). Miri hüpfte noch zwei weitere Male ins Wasser, bevor es zurück nach Phuket ging. Mittlerweile hatte das Seewetter leicht umgeschlagen und neben Regen auch ordentlich Seegang gebracht. Uns beiden macht das ja eher nichts aus, andere Mittaucher waren – trotz eingeworfener Anti-Seekrank-Pillen – etwas grün um die Nase.

Wir verbrachten danach noch einen weiteren Tag im „urbanen“ Leben, bevor es mit dem local bus Richtung Khao Lak ging. Etwa 20km nördlich der Stadt hatten wir uns ein einsames Resort ausgesucht, welches wir uns aufgrund unserer Sparsamkeit während der Reise für die nächsten fünf Tage gönnen konnten.

 

Kanchanaburi

Den eigentlichen Plan, Burma ganz im Süden Richtung Thailand zu verlassen, haben wir gecancelt, nachdem wir mehrere Reisende getroffen hatten, die uns erzählten, dass das Speedboot, welches wir nehmen wollten, nicht mehr/sehr unregelmäßig fahren sollte. Eine Busfahrt ist als Alternative zwar möglich, dauert aber ewig (24 Stunden) und eigentlich wird die Strecke nur geflogen. Wir entschieden uns also über den neu geöffneten Grenzübergang in Htee Khee auszureisen. Dafür geht es gute vier Stunden erst über eine asphaltierte Straße und später über eine Staubpiste. Da wir immer noch nicht ganz fit waren und einen Tipp bekommen hatten, wo es günstige Privattaxen gibt, buchten wir ganz dekadent ein Auto nur für uns. Diese Entscheidung sollte sich später als goldrichtig erweisen. Um 8:30h holte uns unser Taxi vom Hotel ab und wir nahmen alleine (!) Platz auf der Rückbank des Autos. Das war der komfortabelste Transport seit Ewigkeiten. In zügigem Tempo fuhren wir los in Richtung Grenze. Die Fahrt führte durch das ehemalige Rebellengebiet der KNU, momentan ist aber Waffenstillstand und daher eine Reise durch das einstige Konfliktgebiet eigentlich kein Problem. Die ersten 1,5 Stunden verliefen auch komplikationslos und wir konnten die schöne, sehr unberührte Landschaft im Südosten Burmas aus dem Taxi heraus bestaunen. Drei Minuten nach der ersten Passkontrolle und Einfahrt in das Gebiet der KNU (100 Meter vor dem Posten hörte dann auch die Asphaltstraße auf) kamen plötzlich ein paar Halbstarke auf Rollern angebraust, bremsten unser Taxi aus, schauten in das Taxi und diskutierten länger mit dem Fahrer. Wir verstanden natürlich kein Wort und unser Fahrer sprach so gut wie kein englisch, um uns zu erklären, was das Problem ist. Am Ende setzte sich ein leicht betrunkener KNUler auf den Beifahrersitz. Unser Fahrer kommentierte das nur mit einem „This is KNU army, their area, the whole way“ und fuhr weiter. Die Stimmung im Taxi war dann etwas gedrückt und am nächsten Posten verließ uns unser „Mitreisender“ auch schon wieder. Unser Fahrer musste aber noch eine Gebühr von 5000 Khyat bezahlen, wofür, wusste er auch nicht. Die Fahrt wurde immer holpriger und es ging auf und ab, dafür wurde die Landschaft immer spektakulärer. Leider wollte unser Fahrer nicht für Fotos stoppen, er hatte wohl keine Lust auf eine weitere Gebühr. Wir haben es aber geschafft, in Momenten seiner Unaufmerksamkeit ein paar Schnappschüsse aus dem Auto heraus zu machen. Ein paar Posten, zwei liegengebliebene Laster und Pick-Up später wurde der Fahrer wieder entspannter, wir waren wohl wieder im Regierungsgebiet. Der Grenzübergang verlief dann problemlos, allerdings wurde eine Kopie vom Ausweis verlangt, die „kostengünstig“ beim Cousin des Offiziellen eine Hütte weiter gemacht werden konnte. Als gut ausgerüstete Deutsche hatten wir aber natürlich Kopien dabei und entgingen so auch dieser versteckten Gebühr. Auf thailändischer Seite ging dann ein Bus auf frischen Straßen Richtung Kanchanaburi. Warum war das Privattaxi nun die richtige Entscheidung?

  1. Wir hatten die Abfahrt so gewählt, dass wir keine 20 Minuten auf der thailändischen Seite auf die Weiterfahrt warten mussten. Wir trafen noch eine andere Gruppe, die ca. eine Stunde vor uns in Dawei im Sammeltaxi aufgebrochen war. Sie musste also eine Stunde früher aufstehen, um jetzt eine Stunde länger im Nirgendwo in der Sonne zu brüten, bei 38 Grad im (kaum vorhandenen) Schatten und bei absolut keinem Windhauch.
  2. Das Sammeltaxi war wie unseres ein kleiner Kombi, nur waren die Damen und Herren zu fünft plus Fahrer. Ergo: drei auf die Rückbank und einer auf das Gepäck im Kofferraum.
  3. Miri hat während der Fahrt hohes Fieber bekommen, ihre Körpertemperatur wollte die Lufttemperatur schlagen und hat auch gewonnen. Da muss man sich nicht auch noch das Gequetsche geben.
  4. Das Ganze hat anstatt 30€ halt 60€ gekostet, das war es uns wert!

In Kanchanaburi war ein Aufenthalt von nur einer Nacht geplant. Abends wollten wir kurz die Brücke über den Kwai anschauen und am nächsten Tag weiter nach Bangkok fahren, um von dort mit dem Nachtzug und Bus nach Phuket Town zu kommen. Da Miris Fieber sich aber bei knapp unter 39 Grad einpendelte und die lange Fahrt am nächsten Tag bevorstand, wollten wir sichergehen, dass es sich nicht um Malaria handelt und haben statt der Brücke das Krankenhaus aufgesucht. Ein kurzer Test ergab kein Malaria, „but some bacteria, please wait“, was wir taten. Plötzlich ging es recht schnell und Miri sollte ohne weitere Erklärung eine Kochsalz-/Zucker-/Antibiotika-Infusion bekommen und über Nacht im Krankenhaus bleiben. Erstens ging es Miri aber nicht so schlecht und zweitens ergab das Googeln nach dem Antibiotikum (das sind einem ja die liebsten Patienten), dass dieses laut WHO aufgrund der starken Nebenwirkungen nur in Notfällen, wenn kein anderes Antibiotikum mehr wirkt, eingesetzt werden soll. Wir haben dann gefragt, ob Miri nicht einfach das Antibiotikum, welches wir sowieso in der Reiseapotheke dabei hatten, nehmen könnte. Das war in ihren Augen auch kein Problem. Fünf Tage morgens und abends eine Pille und Miri war wieder auf dem Damm.

Am nächsten Morgen ging es nach einem kurzen Spaziergang durch Kanchanaburi inklusive Brücke aus der Ferne und Riesen-Echse ausgeruht gegen Mittag mit dem Bus nach Bangkok. Dort fuhren wir mit dem Taxi zum Hauptbahnhof (der für eine Stadt dieser Größe lächerlich klein ist). Im 2.-Klasse-Schlafwagen ging es dann nach Surat Thani (unteres Bett: superkuschelig mit Fenster (Miri), oberes Bett: Klimaanlagen-kalt mit 30cm Kopffreiheit (Paul)). Von dort aus ging der Bus innerhalb von vier Stunden nach Phuket und dann nochmal ein Taxi ins Hotel, wo wir erholt (Miri) und leicht übernächtigt (Paul) ankamen. Was auf unserer Karte also häufig nach direkten Verbindungen ausschaut, ist in Wahrheit oft ein Zick-Zack-Kurs mit unterschiedlichsten Reisegeschwindigkeiten und Verkehrsmitteln.